Kritik: Joe Abercrombie – Feuerklingen

Joe Abercrombie gelingt es mit Feuerklingen, dem zweiten Teil seiner Trilogie, genau das fortzuführen, was schon im ersten Buch seine Leser von Seite zu Seite trieb: Wunderbare Charaktere, die mühelos über die 795 Seiten tragen. Dabei entwickeln sich die Charaktere ebenso weiter wie die Geschichte an sich.

Während die Hauptcharaktere im großen Ganzen des sich immer weiter ausdehnenden Krieges ihre ganz persönlichen Kämpfe ausfechten, setzen sich die Hintergründe des Wer und Warum immer mehr zusammen. Doch auch am Ende des zweiten Bandes sind noch viele Fragen offen. Der Leser ist sich weder sicher was als nächstes passiert – wofür Abercrombie immer wieder mit schönen Plottwists sorgt – noch ist er frustriert, weil er genauso wenig oder viel weiß wie im ersten Buch. Hier leistet der Autor ein schönes Schaustück für die Kunst weder zu viel noch zu wenig zu veraten. Doch das wirklich Herausragende an diesem zweiten Teil ist sein mitreißendes Tempo und der wirklich nahtlose Übergang zum ersten Buch. Abercrombie entgeht der Falle aller Triologien. Sein zweites Buch ist keine bloße Hinleitung zum Finale.

Fazit: Wenn Abercrombie seinen Ideenreichtum und seine spannenden Charaktere bis zum Ende des dritten Teils weiter durchhält, hat er einen wirklich großartigen Fantasy-Mehrteiler geschaffen.

Autor: Joe Abercrombie
Titel: Feuerklingen
Titel der Originalausgabe: Before They Are Hanged (The First Law: Book Two)
Ausgabe: 4. Auflage, Deutsche Erstausgabe 10/2007
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN: 978-3-453-53253-3

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