Kritik: Bernd Rümmelein – Kryson – Die Schlacht am Rayhin 2

Rümmelein_Kryson_Die_Schlacht_am_RayhinDie Rachuren, brutale Chimärenkrieger, überziehen den Kontinent Ell mit Tod und Verwüstung. In einer alles entscheidenden Schlacht am Fluss Rayhin will das Volk der Klan den Invasoren Einhalt gebieten. Doch der Magier Sapius weiß, dass ein Sieg über die Rachuren kein Garant für den Frieden ist. Denn die magischen Brüder werden sich erheben, um den Kontinent in den Schatten zu reißen.

Die Schlacht am Rayhin ist Dreh und Angelpunkt, Hintergrund und Schauplatz für die Geschichte von Bernd Rümmelein. Das 559 Seiten dicke Buch beschäftigt sich eigentlich nur mit den wenigen Tagen vor, während und nach der Schlacht. Auch die Schauplätze, außer kurze Abstecher in die nordische Stadt Eisbergen, liegen alle rund um den Fluss Rayhin. Streng genommen, passiert also in Kryson – Die Schlacht am Rayhin nicht wirklich viel. Doch das macht den Reiz der Geschichte aus. Denn die wenigen Tage, die im Buch vergehen, prägen die Geschichte einer Welt. Während die Hauptfiguren in anderen Büchern es schaffen in 800 Seiten quer durch einen Kontinent zu reisen, konzentriert sich Rümmelein auf seine Charaktere, die Hintergründe seiner Welt und die Intesität vor einer Schlacht. Er schreibt detailliert, aber er verliert sich nicht in Belanglosigkeiten. Obwohl sein Hang zu langen Sätzen den Leser am Anfang etwas aus dem Takt bringt. Aber man gewöhnt sich schnell an seinen Erzählstil.

Mit seiner Hauptfigur dem Magier Sapius schafft er es den Leser gekonnt zwischen Antipathie und Sympathie baumeln zu lassen. Trotz seiner Macht und Weisheit ist der Magier eine zögerliche, mit anderen Menschen ungeduldige Person. Er ist alles andere als ein wahrer Held – ganz im Gegensatz zu dem Bewahrer Madhrab. Der Krieger, der die vereinten Armeen der Klan gegen die Rachuren führt. Er ist stark, eine imposante Erscheinung, ein wahrer Anführer und hat ein Händchen für Menschen. Madhrab bleibt aber trotz der übermächtigen Fähigkeiten, die in zieren, ein Mensch mit Schwächen. Bei all seinen Charakteren schafft es Rümmelein nicht in Klischees abzugleiten und spannende Personen zu kreieren.

Was Klischees und langweilige Gewinnertypen außerdem gar nicht erst entstehen lässt, ist Rümmeleins Mut zur Hässlichkeit. Wenn gekämpft wird, fließen Blut, Eingeweide und Gehirnmasse. Auch Hauptfiguren bekommen ihr Fett weg und scheinen nicht von einem unsichtbaren Panzer der Unantastbarkeit umgeben. Das Krieg grausam und unmenschlich ist, bildet die Atmosphäre des gesamten Buches und lässt den Leser sich mitten in Schlamm und Blut wiederfinden.

Fazit: Alles was das Herz begehrt: Kampf, Magie, spannende Charaktere und eine Welt die gerettet werden muss.

Autor: Bernd Rümmelein
Titel: Kryson – Die Schlacht am Rayhin
Originaltitel: –
Ausgabe: 2009
Verlag: Verlag Carl Ueberreuter, Otherworld, Wien
ISBN: 978-3-8000-9500-1

Share Button

2 thoughts on “Kritik: Bernd Rümmelein – Kryson – Die Schlacht am Rayhin

  1. Reply Anonymous Sep 8, 2010 22:52

    Ich warte jetzt umso mehr, dass alle draußen sind, dass ich die als Gesamtpakt holen kann…

    Das verlorene Volk gibts noch und da soll noch eines kommen, richtig?

  2. Reply Mel Sep 11, 2010 11:47

    Das Verlorene Volk erscheint jetzt im September 2010. Insgesamt ist die Serie auf sechs Bände ausgelegt.

Leave a Reply