Kritik: Terry Pratchett – Schöne Scheine

Dank Feucht von Lipwig hat die Post von Ankh-Morpork wieder zu altem Glanz gefunden. Alles läuft rund – zu rund. Der ehemalige Gauner ist von seinem gutbürgerlichen Leben so gelangweilt, dass er anfängt in seine eigene Post einzubrechen. Dann tritt der Patrizier erneut an ihn heran: Er solle doch die Bank von Ankh-Morpork wieder auf Vordermann bringen. Und ein Angebot des Patriziers kann niemand wirklich ausschlagen. Also macht sich Feucht daran das Geldwesen der Stadt umzukrempeln.Schöne Scheine von Terry Pratchett ist die zweite Geschichte rund um den Charakter Feucht von Lipwig, die in Ab die Post ihren Anfang nahm. Ab die Post sollte man auf jeden Fall gelesen haben, weil Pratchett Handlungsstränge und Charaktere aus dem ersten Buch wieder auftauchen lässt. Neben alten Bekannten führt Pratchett aber auch neue Charaktere ein, wie den pedantischen Hauptkassierer Herr Beuge und den fanatischen Vetinari-Besessenen Cosmo Üppig. Sie ergänzen das Buch um nette Geschichten jenseits der eigentlichen Hauptgeschichte. Die Hauptgeschichte selber ist vor allem mit mehr Anspielungen an die Realität gespickt als an die Fantasy – irgendwelche Parallelen zur Wirtschaftskrise möchte ich hier aber nicht ziehen. Die Zauberer des Instituts für Postmortale Kommunikation sind aber auf jeden Fall einen genauen Blick wert.

Fazit: Schöne Scheine ist ein typischer Scheibenwelt-Roman: voller origineller Anspielungen und verrückter Charaktere zusammengefasst in einer interessanten Geschichte. Trotzdem ist Schöne Scheine nicht eines von Pratchetts besten Scheibenwelt-Büchern. Ein bisschen fehlt der Schwung, den Feucht in Ab die Post noch durch das Buch hetzte, zu ähnlich sind sich die beiden Geschichten. Einen packenderer Ankh-Morpork-Charakter ist Kommandeur Mumm beispielsweise in Die Nachtwächter und eine schönere Anspielung an die Realität ist Die volle Wahrheit. Schöne Scheine ist immernoch ein gutes Buch aber Pratchett kann eindeutig mehr.

Autor: Terry Pratchett
Titel: Schöne Scheine
Titel der Originalausgabe: Making Money
Ausgabe: 1. Auflage Taschenbuchausgabe Mai 2009
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag, München
ISBN: 978-3-442-46809-6

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