Kritik: Neil Gaiman – The Ocean At The End Of The Lane

Ein Mann kehrt an die Orte seiner Kindheit zurück. Eine Farm am Ende der Straße, wo er als Siebenjähriger ein außergewöhnliches Mädchen traf, und ihre Mutter und Großmutter. Am Teich hinter dem baufälligen alten Haus erinnert er sich wieder an eine furchteinflößende Vergangenheit, die eigentlich nicht passieren kann.

Gaiman_The_Ocean_at_the_End_of_the_LaneDie Geschichte in The Ocean At The End Of The Lane führt die Hauptperson zurück in seine Kindheit und nimmt dabei den Leser an die Hand. Während er gegen einen Dämon aus einer anderen Welt kämpft, der sich in dieser unseren Welt einnisten will, springe ich als Robin Hood mit einem  selbstgebauten Bogen von einem Baum in einen Laubhaufen, um die Schergen von Nottingham zu vertreiben. Ich sehe mich selbst über eine Wiese laufen und nicht auf die Maulwurfshügel treten, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sie dann explodieren.

Gaiman schafft es die Magie der Kindheit heraufzubeschwören, indem er die Grenzen zwischen der realen Welt und der Fantasie verschwimmen lässt wie er es schon in American Gods und Anansi Boys getan hat. Als Leser wird man vielleicht ein wenig nostalgisch, trotz der Düsternis die dieses Buch begleitet. Die Geschichte selbst aber suhlt sich nie in rosafarbener Beweihräucherung der Kindheit. Es ist eine Sachlichkeit im Ton des Erzählers; mit einer Spur Verwunderung über die Sichtweisen des eigenen Kind-Ichs.

Gaimans The Ocean At The End Of The Lane ist so voller Liebe zum Detail, voller Fingerspitzengefühl für Charaktere und Atmosphäre. Die Geschichte kann nur in eine Welt passen, die größer, schöner aber auch dunkler ist als unsere. Es ist Fantasy wie Stephen Kings Es oder Chihiros Reise ins Zauberland von Hayao Miyazaki. Einfach magisch.

Autor: Neil Gaiman
Titel: The Ocean At The End Of The Lane
Verlag: Harper Collins
Ausgabe: Englische Ausgabe, 2013
ISBN: 978-0-06-227234-8

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